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12 Monate später

Als ein komplettes Jahr vorbei war sah die Welt nochmal ein bisschen anders aus, denn es war soweit - meine Spange kam endlich raus. Das war ein Termin, auf den ich mich wirklich gefreut habe. Ich konnte es kaum erwarten, mit meiner Zunge wieder über die Zähne fahren zu können ohne mir dabei die Zunge aufzureissen. Normalerweise hatte ich es jetzt nicht sooo eilig zum Kieferorthopäden zu kommen aber an dem Tag war ich überpünktlich 😂.

Dort ist der Aufwand auch einigermaßen überschaubar - erst wurde der Draht der die Spange hält aufgeknipst, danach kam dann jedes Bracket einzeln dran. Nachdem sie auf den Zähnen kleben werden die davon wieder runter gebrochen. Das klingt allerdings schlimmer als es war, Schmerzen hatte ich dabei keine. Das einzige was wirklich unter aller Sau war: Mein Kieferorthopäde hat so wenig aufgepasst dabei, dass ein Bracket in meinen Rachen gefallen ist und ich es runtergeschluckt habe. Das war jetzt wirklich nicht so schön...

Sei's drum, auch das ging vorbei. Nach dem abkratzen wurden meine Zähne noch von Kleberresten befreit und dann war es soweit: Ich konnte zum ersten Mal meinen neuen Biss testen und habe mit der Zunge meine Zähne wieder gespürt - ein wundervolles Gefühl nach einer so langen Zeit 😊. In der Zeit ging es dann auch noch darum, mir einen Retainer zu setzen. Das ist quasi ein Draht hinter den Zähnen, der nochmal ein bisschen stabilisierend wirken soll. Nachdem der aber wiederum die Zahnpflege erschwert, habe ich mich gegen ihn entschieden.

Und weg ist die Spange

Dieses Gefühl von Freiheit hielt leider nicht allzu lange, da recht schnell nach der Entfernung der Spange Probleme auftraten, mit denen ich so nicht gerechnet habe: Ich habe starke Nackenprobleme bekommen. Dies führte schnell wieder zu regelmäßigem Besuch bei meiner Physiotherapeutin. Diese meinte auch, dass es normal ist.

Durch das Entfernen der Zahnspange (und vermutlich den fehlenden Retainer) löst sich sämtliche Spannung die vorher noch im Mund- und Kieferbereich war, wodurch der Körper nun anfängt sich auf diese neue "befreite" Situation umzustellen. Bei mir war das Ergebnis aber erstmal nicht so erfreulich. Laut meiner Therapeutin hätte es allerdings geholfen, während der Behandlung und nach der OP schon mit einer manuellen Therapie zu begleiten. Solltet ihr also in der Situation sein, sprecht es ruhig mal an ob es bei euch nicht vielleicht auch sinnvoll wäre. Glücklicherweise war bei mir durch die manuelle Therapie das Schlimmste mit den Nackenproblemen aber auch schon bald erledigt.

Die Platten

Irgendwann innerhalb des ersten Jahres ging es dann auch um die Platten, die noch in meinen Kiefer gebohrt waren. Für gewöhnlich sollen diese raus, was dann noch mal eine Operation nach sich ziehen würde. Nachdem ich diese allerdings nicht mal wahrnehme, habe ich eher dazu tendiert mich nicht noch einmal unter das Messer zu legen. Ich habe das daraufhin mit Kieferorthopädin und dem Chirurgen abgesprochen - beide haben mir quasi die freie Wahl gelassen ob ich sie rausmachen lassen will. Nachdem ich zur Überzeugung gelangt bin, dass es kein Problem ist diese drin zu lassen, habe ich mich gegen eine zweite Operation entschieden. Damit zieren ein paar Metallplatten bis heute meinen Kiefer 😁.


Was machen die Schwellungen und Taubheit?

Der Kiefer an sich ist ja schon lange geheilt, daher kann man spätestens jetzt endlich wieder ALLES essen was einem früher in der Spange hängen geblieben wäre. Witzigerweise hat die Umstellung meiner Zähne dazu geführt, dass jetzt Essen in Stellen meiner Zähne hängenblieb, wo es früher nicht hängengeblieben wäre - eine eher zweifelhafte Verbesserung.

Was die Schwellungen anging war im Prinzip alles schon lange weg - nicht allerdings was die Taubheit angeht. Mein oberes Zahnfleisch war noch immer ziemlich taub, auch an meiner oberen Lippe hat man es noch leicht (nicht schlimm) gemerkt. Das ist vermutlich auch der Fakt an dieser ganzen Operation den ihr euch am gründlichsten überlegen solltet: Eine Freundin von mir hat bis heute eine ziemlich taube Lippe - das blieb mir zum Glück erspart. Es kann euch hier aber auch treffen, daher sprecht ausführlich mit den Ärzten und überlegt es euch vor allem selbst gut.

Ich persönlich finde, dass (zumindest von allem wie ich es mitbekomme) die Ärzte immer eher rüberkommen, als ob es zumindest ein bisschen mehr um das Geld als nur um die Gesundheit des Patienten geht. Das ist jetzt sehr alles in eine Schublade gesteckt und natürlich ist das nicht immer und überall so - es macht aber zumindest Sinn, dass ihr hinterfragt was ein Arzt hier so erzählt. Von all den Dingen die ich hier berichte, wusste ich im Vorfeld nicht mal die Hälfte.

Und das war es jetzt mit der Spange?

Ansonsten ging es noch immer regelmäßig zu den Kontrollterminen und zu meiner Überraschung wurde noch eine lockere Spange gemacht. Noch so ein Fakt, den mir vorher niemand erzählt hat. Von nun an sollte ich jede Nacht die lockere Spange tragen. Nur so langsam sollte dies dann dazu führen, dass ich sie irgendwann jede zweite Nacht, dann mal nur noch jede dritte Nacht etc. tragen muss.

Ist jetzt zwar kein Drama, allerdings wäre es schon angebracht sowas mit zu erwähnen - immerhin schränkt einen ja das im Prinzip über viele Jahre doch ein wenig ein. Immerhin muss man immer dran denken, dieses Ding auch mitzunehmen falls man nicht zuhause schläft.

Ihr merkt schon - das ganze dauert länger als man meint. Und begleiten tut einen all dies auch noch Jahre später - den Artikel werde ich euch auch noch bald verfassen. Bis dahin, vielen Dank für's lesen und vorbeischauen! 😊✌